Ein Bürgerpark als Querverbindung

Die Unabhängigen Wähler haben zur Sitzung des Hauptausschusses am 16.09.2020 einen Antrag zur Flächennutzungsänderung für das Gelände der ehemaligen Kurverwaltung gestellt.

Hier die Pressemitteilung dafür:

Pressemitteilung  UW – Umwandlung der ehemaligen Kurverwaltung in einen Bürgerpark

Die UW-Bad Oeynhausen ist der Auffassung, dass die Fläche der ehemaligen Kurverwaltung dringend einer Aufwertung bedarf.

Hierzu bietet sich eine Umwandlung in einen Bürgerpark an, der als „grüne“ Querverbindung den Kurpark mit der Oeynhausener Schweiz verbindet.

Auch wenn der Wunsch einiger Politiker nach einem Leuchturmprojekt in Form eines Hotels mit mind. 4 Sternen noch nicht ausgeträumt ist, ist das Bestreben der UW, hier einen anderen Weg für den Bürger einzuschlagen. Ein attraktiver Bürgerpark, der mit Büschen, Bäumen und Rastmöglichkeiten versehen ist, bietet unserer Meinung nach einen größeren Mehrwert für die Allgemeinheit. 

„Würde ein so hoher Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Oeynhausen bestehen, das ein Neubau nötig wäre, hätte man den Bedarf auch schon sehr viel früher mit dem zentraler gelegenen Königshof decken können. Und wie sich hier die Investoren verhalten, hat man ja in der Vergangenheit gesehen.“, so UW-Vorsitzender Sascha Struckmann.

Um die Fläche in einen attraktiven Bürgerpark zu verwandeln ist eine Änderung der Flächennutzung notwendig. Diesen Antrag reicht die UW für den nächsten Hauptausschuss am 16.09.2020 ein.

„Ist erst einmal die Flächennutzungsänderung beschlossen, wird als darauffolgender Punkt die Umbenennung in Frieda Nadig Park beantragt“, so Fraktionsgeschäftsführer Lutz Schröter.

Mit der Benennung dieses Bürgerparks nach Frieda Nadig würdigt die Stadt Bad Oeynhausen die politische Lebensleistung dieser einmaligen Frau in angemessener Weise.

Hintergrund:

Vor 50 Jahren, am 14.08.1970, starb die 1897 in Herford geborene Frieda Nadig im Krankenhaus Bad Oeynhausen. 

Friederike (Frieda) Nadig gilt als eine der vier Mütter des Grundgesetzes.

In den Jahren 1948/49 gehörte die Sozialdemokratin Frieda Nadig als eine von vier Frauen dem 65-köpfigen Gremium des Parlamentarischen Rates an, der das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erarbeitete. 

Gemeinsam mit der Abgeordneten Elisabeth Selbert setzte sie sich erfolgreich für die Verankerung von Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz ein.

Es bedurfte großer Anstrengungen und Überzeugungskraft, bis es am Ende im Artikel 3 Abs. 2 GG hieß: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ statt der Weimarer Verfassungsformulierung „Männer und Frauen haben dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten“. Ein Verdienst von Frieda Nadig.

Mit ihrer Forderung nach Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern und der Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern scheiterte sie leider.

1961 wurde Frieda Nadig für Ihren Einsatz um die Festigung des demokratischen Gedankens bei der weiblichen Bevölkerung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Frieda Nadig ist eine herausragende Persönlichkeit der Deutschen Nachkriegsgeschichte, eine Frau die vor 70 Jahren erfolgreich den Kampf der Gleichberechtigung begonnen hat. Eine Frau modernen Denkens.“

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