Mit Sachverstand zu einer zukunftsfähigen Grundschule

Fakten zur 4-Zügigkeit der Grundschule Eidinghausen

(Anmerkung: 4-Zügigkeit bedeutet, dass in jedem Jahr an einer Schule 4 Klassen eingeschult werden können. Da es in der Grundschule 4 Jahrgänge gibt, müssen somit an einer 4-zügigen Grundschule 16 Klassenräume vorhanden sein.)

Nach der Danksagung an unsere politischen Mitstreiter scheint bei dem Bündnispartner Bürger für Bad Oeynhausen (BBO) immer noch die entsprechende Einsicht zur Notwendigkeit für eine Schulentwicklung der Zukunft zu fehlen. Anders kann die UW sich die gestellte Forderung nach einer Richtigstellung, wie im Presseartikel “Bündnispartner streiten über Schülerzahlen” der NW vom 17.01.2020 wie von Reiner Barg und Axel Nicke gefordert, nicht erklären.

Es gibt die Schulentwicklungsplanung der Stadt Bad Oeynhausen für die Jahre 2016 bis 2021. Dort werden die Schülerzahlen für die einzelnen Schulen abgebildet. Weitergeführt wurde diese Schulentwicklungsplanung durch die Prognose von Dr. Garbe und Lexis, die bis ins Jahr 2027 reicht. Diese Zahlen stellen die Grundlage für alle weiteren Planungen dar.

Fangen wir aber ganz von vorne an, damit sich die Bad Oeynhausener Bürgerinnen und Bürger selbst die Grundlagen zur Entscheidung ansehen und zu einem Entschluss kommen können.

Das Fachbüro Dr. Garbe & Lexis wurde von der Verwaltung beauftragt, einen “Anlassbezogenen Schulentwicklungsplan 2016-2021” und eine “Raumanalyse 2017/2020”  zu erarbeiten. Diese wurden in der Sitzung des Schulausschusses am 16.05.2017 vorgestellt.

Mit den historischen Schulanfängerzahlen, den aktuellen Geburten und den erwarteten Schülerzahlen konnte ein umfangreiches Zahlenwerk erstellt werden. Die Einschulungszahlen sind in der folgenden Tabelle abgedruckt. 

Quelle: Dr. Garbe & Lexis – Raumanalyse 2017/2020 


Hinzu kommt, dass eine Studie der Bertelsmann-Stiftung vom 11.07.2017 von einer zusätzlichen Steigerung der Schülerzahlen von langfristig (bis 2030) 8 % ausgeht.

In einem weiteren Bericht der Bertelsmann-Stiftung vom September 2019 (verfasst von Klemm und Zorn) wird dargelegt, dass die von der Kultusministerkonferenz vorgelegte erhöhte Schätzung der Schülerzahlen nicht realistisch sei und nach oben abweiche. Von 2016 bis 2030 ergibt sich laut Studie eine Erhöhung um 6,4 %.

Quelle: K.Klemm/D.Zorn – Steigende Schülerzahlen im Primarbereich: Lehrkräftemangel deutlich stärker
als von der KMK erwartet

Zusätzlich entwickelt das Land Nordrhein-Westfalen den “Masterplan Grundschule”. Dieser setzt die Grundschulen in den Fokus.

Die inhaltliche Ausgestaltung des Masterplans Grundschule ist abgeschlossen und er wird zeitnah vom Kabinett beschlossen werden.

Schulministerin Yvonne Gebauer auf dem Bildungsportal NRW, Januar 2020

Für die Inklusion ist bereits jetzt an den weiterführenden Schulen mit gemeinsamem Lernen eine Begrenzung der Klassengröße auf 25 Kinder vorgesehen. Da die Grundschule Eidinghausen eine Schule mit gemeinsamen Lernen ist und somit dort auch Kinder mit Förderbedarfen beschult werden, werden schon bei 76 Schulanfängern 4 Klassen für einen Jahrgang benötigt.

Führt man nun alle Informationen zusammen, ergibt sich für den Bau einer neuen Grundschule in Eidinghausen, die für die Zukunft aufgestellt ist, die Vierzügigkeit. 

An dieser Stelle soll auch noch angemerkt werden, dass das Konzept des Neubaus der Grundschule Eidinghausen einem pädagogischen Konzept folgt und in Zusammenarbeit mit der Grundschule und der im Schulbau erfahrenen Montags-Stiftung erarbeitet wurde. In diesem Konzept ist es nicht möglich, wenn 3-zügig gebaut wurde, noch weiter anzubauen, falls dieses erforderlich sein sollte.

Die Fakten mehrerer unabhängiger Institute lassen somit nur ein Ergebnis zu: Daher kann nur die Zukunftsorientierung mit einer 4-Zügigkeit das Maß der Dinge sein.

Auf welcher Datenbasis die Meinung unseres politischen Bündnispartners aufgebaut ist, mag man nur vermuten, da bis heute nicht eine Quelle genannt oder Daten belegt worden sind. 

Im Gegenteil: Die Schülerzahlen sollen ungeprüft im aktuellen Haushalt eingestellt worden sein und aus einer nicht aktuellen Tabelle stammen.

Ob ein Umherwerfen mit falschen Zahlen, wie von Reiner Barg behauptet, und die Tatsache, dass mit unbegründeten Prognosen von Schulschließungen Angst geschürt wird, ein guter politischer Stil ist, möge jeder für sich selbst beurteilen.

Die UW stellt fest, dass die BBO nicht in der Lage ist, Maßstäbe einer langfristigen Schulentwicklung zu erkennen und zukunftsorientiert zu interpretieren. Darüber hinaus sollten beim Bau einer Schule aktuelle Prognosen einfließen (wie von der UW oben dargelegt) und die Planung nicht bei den Zahlen eines Schulentwicklungsplanes von 2021 enden.

Eine engstirnige Politik mit kurzsichtigen Behauptungen und Nörgeleien ist nicht die Grundlage der Arbeit der UW. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob noch eine weitere zukünftige Zusammenarbeit mit dem Bündnispartner BBO möglich und sinnvoll ist.

Der UW ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler der Primarstufe in Bad Oeynhausen die besten Bildungsmöglichkeiten bekommen, um für die Anforderungen der weiterführenden Schulen und den gestiegenen Anforderungen des späteren Arbeitsmarktes gewappnet zu sein.

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