Mängel im Zahlenwerk

Die UW fordert zukunftsweisend die Vierzügigkeit der Klassen beim Neubau der Grundschule Eidinghausen.

Diese Planung muss auf aktuellen Zahlen basieren und auch die Entwicklung für die Zukunft berücksichtigen.

Aufgrund dessen, das ein späterer Anbau nicht möglich ist und auch erheblich teurer sein würde, spricht sich die UW eindeutig für eine Vierzügigkeit der Grundschule Eidinghausen.

Wir hoffen, das auch andere Parteien in Bad Oeynhausen zukunftsorientiert arbeiten und uns unterstützen.

Grundschule Eidinghausen: Prognosen im Schulentwicklungsplan berücksichtigen laut Kerstin Gerkensmeier weder die Bertelsmann-Studie noch den inklusiven Unterricht

Von Nicole Bliesener


Bad Oeynhausen. „Die Schülerzahlen sprechen gegen eine Dreizügigkeit an der Grundschule Eidinghausen“, sagt Kerstin Gerkensmeier. Sie plädiert klar für einen vierzügigen Neubau. „Das ist eine Entscheidung für die nächsten 50 Jahre. Es darf nicht passieren, dass wir in fünf Jahren feststellen: Die neue Schule ist zu klein.“


Im Zahlenwerk des Schulentwicklungsplans für alle Schulen im Stadtgebiet, den die Verwaltung auf Basis der Berechnungen des Gütersloher Beratungsunternehmens Dr. Garbe & Lexis erstellt hat, hat Gerkensmeier einige Unzulänglichkeiten ausgemacht. Die Bad Oeynhausenerin sitzt ehrenamtlich für die Unabhängigen Wähler (UW) als sachkundige Bürgerin im Schulausschuss und ist im Hauptberuf Rektorin einer Verbundgrundschule in der Gemeinde Hiddenhausen.


Der Schulentwicklungsplan liefert belastbare Schülerzahlen bis zum Jahr 2021 – die Kinder sind bereits geboren – und stellt Prognosen bis ins Jahr 2027 auf. Auf dieser Basis soll auch die Entscheidung getroffen werden, ob der zwingend notwendige und bereits beschlossene Neubau der Grundschule für drei oder vier Klassen pro Jahrgang angelegt wird.


Bei den Kosten geht die Verwaltung von 14 Millionen Euro für einen vierzügigen Neubau und von 10 Millionen Euro für eine neue Schule mit drei Zügen aus. Wobei der von der Stadt beauftragte Gutachter im Schulausschuss lediglich von einer Differenz von 15 bis 20 Prozent sprach – in Euro: zwei bis zweieinhalb Millionen weniger.


Am vergangenen Donnerstag hat der Schulausschuss wie berichtet gegen eine Dreizügigkeit der Grundschule Eidinghausen gestimmt – allerdings, ohne sich für eine Vierzügigkeit auszusprechen.


Das Zahlenwerk hatten die Gütersloher Beraterinnen dem Schulausschuss bereits im Mai präsentiert, da aber basierten die Prognosen auf veralteten Schülerzahlen. Mittlerweile hat Dr. Lexis & Garbe die Daten aktualisiert.


„Zwei Faktoren wurden aber dennoch nicht berücksichtigt: Zum einen die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie, die

besagt, dass die Schülerzahlen bis 2025 um vier Prozent und bis 2030 sogar um acht Prozent steigen. Zweitens ist die Tatsache, dass die Schule ein Ort des gemeinsamen Lernens ist nicht eingerechnet“, sagt Gerkensmeier.


Dabei soll die Schule in Eidinghausen künftig Schwerpunktschule „Gemeinsames Lernen“ werden. Und dafür hat die Schule wie vom Schulausschuss beauftragt ein pädagogisches Konzept inklusive eines Raumkonzepts erarbeitet. Ein Konzept, mit dem inklusiver und jahrgangsübergreifender Unterricht machbar ist.


Die Anzahl der Klassen eines Jahrgangs ist naturgemäß von der Anzahl der Schüler abhängig. Wie groß die Klassen sein dürfen, regelt das nordrhein-westfälische Schulgesetz. Darin ist zu lesen, dass bei 57 bis 81 Schülern drei Klassen gebildet werden müssen und bei 82 bis 104 Schülern vier. Die Klassen müssen mindestens 16 und dürfen maximal 29 Schüler haben. Aber: Klassen gemeinsamen Lernens und integrative Lerngruppen sind von diesen Richtwerten ausgenommen. Die dürfen maximal 25 Schüler pro Klasse haben. „Das steht auch im Gesetz“, macht Kerstin Gerkensmeier deutlich.


„Zudem ist davon auszugehen, dass es künftig mehr Kinder mit emotional-sozialem Förderbedarf geben wird, die an den Regelschulen unterrichtet werden“, so die Grundschulrektorin.


Werden die beiden Faktoren – Zunahme der Schülerzahlen und gemeinsames Lernen – miteingerechnet, wäre eine dreizügige Grundschule in Eidinghausen spätestens 2022 zu klein, so Gerkensmeier. Benachbarte Schulen müssten also Kinder aus Eidinghausen aufnehmen. „Das wird schwierig“, sagt Kerstin Gerkensmeier. „An der Grundschule Dehme herrscht aktuell bereits Raumnot, und auch der Teilstandort Volmerdingsen hat keine Aufnahmekapazitäten“, so Gerkensmeier, die die Sorge um den Erhalt des Schulstandorts Dehme für unbegründet hält. Dehme soll ab 2018 ohnehin anderthalbzügig geführt werden, und der Teilstandort Volmerdingsen dürfe nach den Vorgaben des Gesetzes nur einzügig sein.

 

© 2017 Neue Westfälische
12 – Bad Oeynhausen, Freitag 22. September 2017

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